LIVING LANDS

2026

 

 

 

Ort, Atmosphäre und Phänomenologie

Das Projekt entwickelt seine architektonische Haltung aus der direkten Konfrontation mit der Loisach. Anstelle einer abstrakten Setzung sucht der Entwurf die Übersetzung des fließenden Gewässers in Raum, Körper und Material. Das Bauwerk wird zu einem Instrument der Wahrnehmung: Die stetige Bewegung des Wassers und das Spiel des Lichts laden den Betrachter zur Entschleunigung ein. Im Geiste von Hermann Hesses Siddhartha entsteht ein Raum der Fokussierung, der eine meditative Haltung gegenüber der Natur fördert. Jenseits des Flusses bleibt der Naturraum gänzlich unberührt und bildet das visuelle Gegenüber der Architektur.

 

Typologie und Geometrie

Die Geometrie des Gebäudes reagiert direkt auf den Flusslauf. Die Baukörperform ist in J-förmige, geschwungene Segmente gegliedert, die durch gezielte Einstülpungen ein hohes Maß an Privatheit schaffen. Jede Einheit gliedert sich in einen Tag- und einen Nachtbereich, die über einen intimen, offenen Hofraum zueinander in Beziehung gesetzt werden. Diese typologische Disposition erzeugt eine präzise Balance zwischen geschütztem Rückzug und kontrollierter Öffnung zum Landschaftsraum.

 

Fassade und Materialität

Die Hülle des Gebäudes vermeidet das konventionelle Prinzip, Öffnungen starr in eine Wand zu schneiden. Stattdessen entwickelt sich die Fassade aus sich überlappenden, Schalen . Diese plastische Schichtung löst den Übergang zwischen Außen und Innen auf: Sie generiert räumliche Tiefe, bildet geschützte Schwellenzonen und zieht den Ankommenden intuitiv in das Gebäudeinnere. Durch die Feingliedrigkeit der Schalung erhält der gestreckte Baukörper einen menschlichen Maßstab. Die unbehandelte Holzoberfläche zeichnet die Verwitterung und den Lauf der Zeit ab, sodass der Alterungsprozess des Bauwerks als essenzieller Teil seiner Architektur lesbar wird.

 

Freiraum und Synthese

Der Landschaftsraum (Freiraumgestaltung: Leon Kluge) ist integraler Bestandteil des architektonischen Konzepts. Eine phänomenologische Schicht aus ortstypischen Kräutern, Blüten und Sträuchern legt sich um das Gebäude. Im Zusammenspiel zwischen der haptischen, alternden Holzstruktur und der lebenden Vegetation entsteht ein kontrolliertes Spannungsfeld. Architektonische Fügung und Naturraum verschmelzen zu einer Einheit, die die Tages- und Jahreszeiten unmittelbar erlebbar macht.

 

 

CREDITS

 

Technische Planung        Arch. Christiane und Dieter Kühn

Renderings                     Arch. Tommaso Sartor

Projektkoordination         Angerer Michael

 

RENDERING TOMMASO SARTOR

M

ART

IN

 

 

 

 

 

 

 

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